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Angriff auf Polizeibeamte mit Armbrust – Anklage vor dem Landgericht erhoben

Datum: 29.03.2018

Kurzbeschreibung:  Lahr. In der Nacht auf den 1. November 2017 wurden Polizeibeamte mit einer Armbrust beschossen. Verletzt wurde niemand. Die Staatsanwaltschaft Offenburg hat vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Offenburg Anklage wegen versuchten Totschlags erhoben.

Kurz nach Mitternacht waren die Polizeibeamten zu einer Gaststätte in Lahr gerufen worden. Dort soll ein Gast versucht haben, einen Stuhl mitzunehmen. Eine Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes der Gaststätte habe er daraufhin beleidigt und mit den Worten bedroht, dass er sie umbringen werde. Anschließend habe sich der Mann entfernt. Während der Sachverhaltsaufnahme durch die Polizei vor dem Lokal soll der Mann dann aus seiner nahegelegenen Wohnung heraus Knallkörper auf die Beamten und den Dienstwagen geworfen haben. Eine beruhigende Ansprache des Mannes habe nichts genutzt, er habe die Polizisten als „Arschlöcher“ und „Bullenschweine“ bezeichnet und angekündigt, alle umzubringen. Sodann habe er eine Armbrust geholt und vier Pfeile in Richtung der Polizisten abgeschossen. Zumindest beim ersten Pfeil habe die Möglichkeit bestanden, eine Person zu treffen, danach begaben sich die Polizeibeamten in Deckung. Den Polizisten gelang es in der Folge, den Mann in seiner Wohnung zu überwältigen. Er war erheblich alkoholisiert.

Die waffentechnische Untersuchung der Armbrust durch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ergab, dass die mit einer Metallspitze versehenen Kunststoffpfeile grundsätzlich geeignet sind, erhebliche und letztlich auch tödliche Verletzungen zu verursachen.

Der 59-jährige Deutsche wurde unmittelbar nach der Tat festgenommen. Seit dem 16. März befindet er sich wieder auf freien Fuß, nachdem der Haftbefehl gegen eine Meldeauflage außer Vollzug gesetzt wurde.
Der Mann ist vorbestraft, allerdings nicht einschlägig. Zuletzt verbüßte er in den 80er Jahren Haftstrafen. Seitdem war er nur noch mit kleineren Delikten in Erscheinung getreten, die durch Geldstrafen geahndet wurden.

Über den Tatverdächtigen wird ein psychiatrisches Gutachten erstellt zur Frage, ob volle Schuldfähigkeit gegeben war. Die Hauptverhandlung vor dem Landgericht Offenburg beginnt voraussichtlich am 20. April.

Rückfragen bitte an:
Staatsanwältin Kümmerle
0781/9331344

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