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Anklage nach vielfachem Betrug

Datum: 03.04.2017

Kurzbeschreibung: Die Staatsanwaltschaft Offenburg hat eine 41-jährige Deutsche vor dem Landgericht Offenburg wegen vielfachen Betruges angeklagt.

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft von folgenden Vorfällen aus:

Die damals 39-Jährige gab im April 2015 gegenüber dem Landratsamt Offenburg wahrheitswidrig an, sie habe drei Monate lang für ihr Kind von dessen Vater keinen Unterhalt erhalten. Um ihre Angaben zu stützen legte sie eine entsprechende, allerdings gefälschte, Bescheinigung vor. Das Amt zahlte ihr daraufhin 900 Euro aus.

Im Februar 2016 gab sich die Tatverdächtige gegenüber einer Rentenstelle als die Tochter ihrer anspruchsberechtigte Nachbarin aus. Sie bat um künftige Auszahlung der Rente per Verrechnungsscheck und nicht mehr - wie bisher üblich - per Überweisung. In den nächsten fünf Monaten passte die Frau in Offenburg den Briefträger ab und ließ sich die Post aushändigen. Die so erlangten Verrechnungsschecks in Höhe von insgesamt rund 6.200 Euro löste sie ein. Im Mai und Juni meldete sich die Frau erneut als Tochter der Nachbarin bei der Rentenstelle. Sie monierte, dass die Verrechnungsschecks nicht eingegangen seien und erhielt so weitere rund 2.400 Euro.

Ähnlich ging sie vor, als sie im Juli 2016 gegenüber dem Landratsamt Offenburg vortäuschte, die Mutter eines anderen Kindes zu sein. Unter Vorlage einer gefälschten Vollmacht holte sie einen Verrechnungsscheck in Höhe von rund 750 Euro ab und löste diesen ein.

An einem Tag im November 2016 bat die Tatverdächtige an einer Tankstelle in Offenburg einen Mann um Bargeld. Als dieser die Bitte abgelehnt hatte, gab die Frau vor, mit ihm Kaffee trinken zu wollen. In einem unbeobachteten Moment schüttete sie eine gesundheitsschädigende Flüssigkeit in den Kaffee des Mannes. Als sich dieser kurz darauf mehrfach übergeben musste und einschlief, entriss die Frau seinen Geldbeutel, in welchem sich circa 450 Euro befanden.

Zur Anklage kommen weitere Fälle des Betrugs, nachdem die Frau von Dezember 2015 bis Dezember 2016 in mehreren Fällen Überweisungsträger fälschte, die sie bei der Bank einreichte. So erlangte sie insgesamt rund 3.300 Euro.

Die Taten beging die Frau, um sich eine dauerhafte und nicht unwesentliche Erwerbsquelle zu verschaffen. Die Anklage lautet auf gewerbsmäßigen Betrug mit Urkundenfälschung und auf schweren Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Nachdem die Deutsche bereits einschlägig wegen Betruges vorbestraft ist und sich bereits in Haft befand, hat sie nun mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe zu rechnen hat. Das Gesetz sieht für die Raubtat als schwerste Einzeltat eine Mindeststrafe von drei Jahren Freiheitsstrafe, in minder schweren Fällen von mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe vor. Die Tatverdächtige befindet sich seit 12. Januar 2017 in Untersuchungshaft. Die Hauptverhandlung vor dem Landgericht beginnt am 05. April.

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