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Drei Männer nach Freiheitsberaubung und räuberischer Erpressung angeklagt

Datum: 01.03.2017

Kurzbeschreibung: Die Staatsanwaltschaft Offenburg hat vor dem Landgericht Offenburg Anklage gegen drei Männer erhoben. Ihnen wird zur Last gelegt, im Zusammenhang mit Drogengeschäften im Herbst 2016 einen mutmaßlichen Schuldner unter Anwendung von Gewalt mehrfach zur Übergabe von Geld gezwungen  zu haben. Einen weiteren
Mann hätten sie unter Vorhalt einer Schreckschusspistole zum Mitkommen gezwungen, um über ihn an den mutmaßlichen Schuldner zu kommen.

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft von folgendem Sachverhalt aus:

Im Oktober 2016 waren die drei Männer auf der Suche nach einem 19-Jährigen, der ihnen vermutlich Geld aus Drogengeschäften schuldete. Um das Geld einzutreiben, hielten sie in Lahr das Fahrzeug des Schuldners an, worin sich aber eine andere Person befand. Nach einem Faustschlag zwangen die Männer den Autofahrer unter Vorhalt einer Schreckschusspistole, mit ihnen zu kommen und den Schuldner herzulocken. Den so herbeigerufenen 19-Jährigen zwangen sie zur Herausgabe von Marihuana und 300 Euro Bargeld. Auch er erhielt einen Faustschlag ins Gesicht und musste die Männer schließlich an einen Geldautomaten begleiten, wo er ihnen weitere ca. 450 Euro aushändigte. Tags darauf suchten sie den Schuldner in Lahr erneut auf und forderten unter Anwendung eines weiteren Faustschlags erneut Geld - diesmal aber erfolglos. Schließlich versuchten es die Männer wiederum einen Tag später ein drittes Mal. Nun musste der 19-Jährige in verschiedenen Lahrern Geschäften Handyverträge auf seinen Namen abschließen und die hochwertigen Mobiltelefone an die Männer aushändigen. Abschließend wurde er aufgefordert, binnen eines Monats 6500 Euro zu besorgen, andernfalls wisse er, was ihn erwarten würde.

Der so unter Druck gesetzte 19-Jährige wandte sich schließlich hilfesuchend an die Polizei. In der Folge wurden verschiedene Wohnungen durchsucht, die in Zusammenhang mit den drei 30-, 28- und 22-jährigen Männern standen. Bei der Freundin des 30-Jährigen wurde knapp 4100 Gramm Amphetamin aufgefunden, welches zum Weiterverkauf gedacht war. Bei dem 22-Jährigen wurden ca. 1200 Gramm Amphetamin und neun Haschischplatten mit einem Gewicht von ca. 1,23 Kilogramm aufgefunden, das er für den 28-Jährigen aufbewahrte. Auch diese Betäubungsmittel waren zum Verkauf bestimmt. In der Wohnung wurden zudem ein Totschläger und ein Nunchaku - beides verbotene Waffen - aufgefunden.

Der 30-jährige Serbe und die beiden 28- und 22-jährigen Deutschen befinden sich seit Anfang November in Untersuchungshaft. Sie müssen sich nun wegen Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung, räuberischer Erpressung, unerlaubtem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und Besitz verbotener Waffen vor dem Landgericht verantworten. Alle drei Männer sind vorbestraft. Die Taten stehen möglicherweise in Zusammenhang mit eigenem Betäubungsmittelkonsum, sodass das Gericht auch prüfen wird, ob die Männer in einer Entziehungsanstalt für die Durchführung einer Therapie unterzubringen sind.

Außerdem sind die Männer wegen der Verabredung zu einem Verbrechen angeklagt. Sie sollen sich am 08.10.2016 mit einer Schreckschusspistole bewaffnet und einer Clownsmaske getarnt vor einer Tankstelle in Orschweier postiert haben, um diese zu überfallen. Hierzu kam es jedoch nicht.

Auch gegen den 19-jährigen Geschädigten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet. Die diesbezüglichen Ermittlungen dauern noch an.

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