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Geldautomatensprengungen – Anklage vor dem Landgericht erhoben

Datum: 26.02.2018

Kurzbeschreibung:  Lahr-Sulz. In der Nacht auf den 8. Juni 2017 sprengten mehrere Personen einen Geldautomaten in Lahr und erbeuteten rund 40.000 Euro. Nach einer filmreifen Verfolgungsjagd mit der Polizei gelang den Tätern die Flucht.

Die Kriminalpolizei Offenburg kam den Tatverdächtigen durch eine am Fluchtfahrzeug hinterlassene DNA einer Person auf die Spur. Weitere Erkenntnisse ergaben sich aus verdeckten Telefonüberwachungsmaßnahmen und Durchsuchungen. Anfang Oktober erfolgte die Festnahme eines 20-Jährigen. Dieser zeigte sich kooperativ und äußerte sich umfangreich zu den Vorwürfen. Der Anklage gegen den 20-jährigen Ortenauer und seinen Vater, beide italienischer Abstammung, liegen nun folgende Vorwürfe zugrunde:

Bereits seit Februar 2017 sollen sich die beiden Männer mit zwei weiteren Familienangehörigen zur Planung von Geldautomatensprengungen zusammengetan haben. Zur Vorbereitung hätten die Männer ein Tatfahrzeug unter Verwendung falscher Personalien gekauft. Weiter hätten sie Maskierungen, spezielle Kleidung, Gasflaschen und weitere Utensilien besorgt. Außerdem hätten sie das Fluchtfahrzeug besonders präpariert und zur Abwendung von Verfolgern sogenannte Krähenfüße hergestellt. Entsprechend des gemeinsamen Tatplans soll die Gruppierung in der Nacht auf den 8. Juni dann wie folgt vorgegangen sein: Zunächst begaben sich die Männer nach Waldkirch und sprengten dort einen Geldautomaten. Sie verließen jedoch ohne Beute den Tatort, da es ihnen nicht gelang, die Geldkassetten herauszulösen. Dennoch entstand ein Sachschaden von rund 50.000 Euro. Noch in derselben Nacht sprengten die Männer einen weiteren Geldautomaten. Aus dem in Lahr-Sulz stehenden Gerät fehlten anschließend rund 40.000 Euro. Noch auf der Flucht konnte die Polizei die Männer feststellen und die Verfolgung aufnehmen. Nachdem die Tatverdächtigen massig Krähenfüße auf der Straße verteilten, gelang der Polizei keine unmittelbare Festnahme. Die Krähenfüße, welche aus stachelartigen Metallspitzen bestanden, bohrten sich in die Reifen zahlreicher Polizeifahrzeuge, sodass keine weitere Verfolgung mehr möglich war. Aber auch das Tatfahrzeug war schwer beschädigt. Die Männer ließen es nach einigen Kilometern zurück und flüchteten letztlich unerkannt zu Fuß. Durch die Sprengung und Verfolgung entstand ein Sachschaden von rund 150.000 Euro.

Nachdem der 20-Jährige seine Tatbeteiligung eingestanden und an der weiteren Aufklärung der Tat mitgewirkt hatte, wurde er gegen Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen. Sein 41-jähriger Vater befindet sich seit Mitte November in Haft.

Die beiden weiteren beteiligten Familienangehörigen sind bereits identifiziert. Sie halten sich derzeit nicht in Deutschland auf. Rechtshilfeersuchen nach Italien mit dem Ziel der Auslieferung der beiden Personen wurden durch die Staatsanwaltschaft gestellt. Außerdem werden Ermittlungen geführt, ob und inwieweit die vier Tatverdächtigen auch für weitere Geldautomatensprengungen in der Region in den Jahren 2014 und 2016 verantwortlich sind.

Die Anklage lautet auf schweren Bandendiebstahl in Tateinheit mit Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und Sachbeschädigung sowie gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Da der Fahrer des Fluchtfahrzeugs über keine Fahrerlaubnis verfügte, wird ihm desweiteren auch Fahren ohne Fahrerlaubnis vorgeworfen.

Mit einer baldigen Hauptverhandlung vor der Jugendkammer des Landgerichts Offenburg ist zu rechnen.

Rückfragen bitte an:
Staatsanwältin Kümmerle
0781/9331344

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