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Nach Tötung eines Arztes im August 2018 Anklage erhoben

Datum: 07.12.2018

Kurzbeschreibung: Offenburg. Am Morgen des 16. August verstarb ein Arzt in seiner Praxis an den Folgen von Stichverletzungen. Der noch am selben Tag festgenommene Tatverdächtige wurde nunmehr vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Offenburg angeklagt.

Der Mann soll den Ermittlungen zufolge kurz vor 9 Uhr die Praxisräume des Mediziners betreten haben. Dort soll er sich direkt in ein Behandlungszimmer begeben haben und mit einem Messer mehrfach auf den 52-jährigen Arzt eingestochen haben, um ihn zu töten. Auch das zügige Eingreifen einer Mitarbeiterin konnte den Tod des Mannes nicht verhindern. Er erlag noch vor Ort den zahlreichen Stichverletzungen, die er im Bereich des Kopfes und im Hals erlitt. Die Mitarbeiterin erlitt eine Schnittverletzung.

Die sofort eingeleitete Fahndung durch ein Großaufgebot der Polizei mit über 20 Polizeistreifen, der Polizeihubschrauberstaffel, der Hundestaffel und mit Unterstützung der Bundespolizei führte gegen zehn Uhr zur Ergreifung des 26-jährigen Tatverdächtigen. Der Mann befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Die Anklage lautet auf Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Das Vorgehen bei der Tat wird unter anderem als heimtückisch gewertet, da der Arzt nicht mit einem Angriff rechnete und demzufolge in seiner Verteidigungsfähigkeit eingeschränkt war, was dem Tatverdächtigen bewusst gewesen sei. Das Motiv des mutmaßlichen Täters konnte noch nicht vollständig geklärt werden. Seinen Äußerungen zur Tat und seinem Verhalten zufolge ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass der Mann an einer psychischen Erkrankung leidet. Möglicherweise litt er unter Verfolgungswahn und hatte für sich die Vorstellung, durch den Mediziner vergiftet worden zu sein. Ein psychiatrisches Gutachten wurde daher in Auftrag gegeben. An der Begutachtung wirkte der Mann jedoch nicht mit, sodass noch keine konkrete Einschätzung zu einem etwaigen Krankheitsbild vorliegt. Gegenstand der Hauptverhandlung wird daher auch die Prüfung der Schuldfähigkeit des Mannes sein. Sollte eine Schuldunfähigkeit vorliegen, kommt die zwangsweise Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung in Betracht, sofern von dem Mann weiterhin eine schwerwiegende Gefahr ausgeht.

Der Tatverdächtige reiste im November 2015 in die Bundesrepublik ein. Eigenen Angaben gemäß stamme er aus Somalia. In Deutschland hat er einen Asylantrag gestellt, der im April 2017 abgelehnt wurde. Zugleich wurde dem nicht vorbestraften Mann ein subsidiärer Schutzstatus zuerkannt, sodass er sich zum Zeitpunkt der Tat legal in Deutschland aufhielt.

Mit einer baldigen Entscheidung über die Eröffnung der Hauptverhandlung durch das Landgericht ist zu rechnen.

Rückfragen bitte an:
Staatsanwältin Kümmerle
Tel. 0781-9331344

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