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Hintermann des im Oktober 2013 zerschlagenen Drogenhändlernetzes muss sich vor dem Landgericht verantworten

Datum: 09.12.2014

Kurzbeschreibung: Anklage gegen 31jährigen aus Offenburg

Mutmaßlicher Hintermann des im Oktober 2013 zerschlagenen Drogenhändlernetzes muss sich vor dem Landgericht verantworten

Nach Aburteilung seiner Komplizen nunmehr auch Anklage gegen den lange Zeit flüchtigen mutmaßlichen Haupttäter erhoben

Offenburg. Die Staatsanwaltschaft Offenburg hat nunmehr auch gegen den mutmaßlichen Haupttäter des weiterverzweigten Drogenhändlernetzwerks, welches Ende Oktober 2013 nach langwierigen Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft aufgedeckt und zerschlagen werden konnte (she. Pressemitteilung vom 21.02.2014, abrufbar unter http://www.staoffenburg.de/pb/,Lde/Startseite/PRESSEMITTEILUNGEN), Anklage erhoben. Bei dem Zugriff im vergangenen Jahr wurden 12 Personen im Ortenaukreis und 2 Personen in Nordrhein-Westfalen festgenommen. Der Kopf des Netzwerks konnte jedoch fliehen und war nahezu ein Jahr untergetaucht. Intensive Fahndungsmaßnahmen national wie international blieben zunächst ohne Erfolg. Schließlich gab der 31jährige, in Offenburg wohnhafte Mann dem Druck nach und stellte sich Ende September freiwillig der Polizei. Aufgrund des gegen ihn bestehenden Haftbefehls wurde er umgehend in Untersuchungshaft genommen. Die umfangreichen Ergebnisse monatelanger Ermittlungen sowie die Erkenntnisse aus den gegen die weiteren Beteiligten überwiegend bereits abgeschlossenen Strafprozessen mündeten nunmehr in eine umfassende Anklage zur großen Strafkammer des Landgerichts Offenburg. Dem verheirateten Familienvater wird vorgeworfen, im Zeitraum von Dezember 2012 bis Oktober 2013 die Einfuhr und den Vertrieb von insgesamt über 100 kg Cannabis (Haschisch und Marihuana) sowie weiterer Betäubungsmittel (Amphetamin, Kokain und MDMA) zum Teil ebenfalls im Kilogrammbereich organisiert zu haben. Die Betäubungsmittel wurden zumeist aus den Niederlanden von Kurieren an Mittelsmänner in der Ortenau übergeben und dann durch von dem Angeschuldigten eigens ausgewählte Kontaktmänner weitervertrieben, so dass er selbst mit der „Ware“ so gut wie nicht in Berührung kam, hierbei aber stets die Fäden im Hintergrund gezogen haben soll. Das Handelsnetz reichte über mehrere Stufen bis zu den Endabnehmern und ging weit über die Ortenau hinaus. Aus diesem Handel soll der 31jährige Einnahmen von mehr als einer halben Million Euro erwirtschaftet haben, mit denen er sich einen luxuriösen Lebensstil für sich und seine Familie finanzieren konnte. Zur Abschöpfung dieser aus den Straftaten stammenden Gewinne wurden auf Betreiben der Staatsanwaltschaft Offenburg zahlreiche Wertgegenstände und auch das von dem nunmehr angeklagten Mann erworbene Grundstück zu Verwertungszwecken gesichert. Die Anklage wirft ihm (z.T. bandenmäßiges) Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in insgesamt vierzig Fällen vor. Der Mindeststrafrahmen beträgt hierbei fünf Jahre Freiheitsstrafe. Gegen die bereits verurteilten weiteren Beteiligten waren Freiheitsstrafen zwischen 2 Jahren und fünf Monaten und 8 Jahren verhängt worden. Das Landgericht Offenburg hatte bereits im Jahr 2007 den sich nach wie vor in Untersuchungshaft befindlichen Mann wegen Betäubungsmitteldelikten zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Es wird damit gerechnet, dass die Hauptverhandlung im Februar oder März des nächsten Jahres beginnen wird.

 

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