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Versuchter Totschlag in einem psychiatrischen Krankenhaus

Datum: 11.06.2018

Kurzbeschreibung: Ortenau. Am 30. Januar wurde ein 60-Jähriger in einer Klinik schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft Offenburg hat nun gegen einen 33-jährigen Mitpatienten die zwangsweise Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragt.

Sowohl der 60-Jährige als auch der 33-Jährige waren aufgrund akuter psychiatrischer Erkrankungen zur Behandlung in einer Psychiatrie in der Ortenau aufhältig. Den Ermittlungen zufolge soll der 33-jährige Mann Anfang des Jahres plötzlich mehrfach mit einem Gegenstand auf den 60-Jährigen eingeschlagen haben, um diesen zu töten. Der 60-jährige Mann erlitt so schwerwiegende Verletzungen unter anderem am Kopf, dass er in ein künstliches Koma versetzt werden musste. Er ist weiterhin in medizinischer Behandlung.

Der 33-Jährige war nach Einschätzung eines psychiatrischen Sachverständigen zur Tatzeit schuldunfähig. Er soll sich in einem psychotischen Ausnahmezustand befunden haben, da er an einer manisch, schizoaffektiven Störung leiden soll. Daher sei er nicht in der Lage gewesen, das Unrecht der Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln. Aus diesen Gründen habe er nicht schuldhaft gehandelt. Die Verhängung einer Strafe ist daher nicht möglich. Im Rahmen eines sogenannten Sicherungsverfahrens muss das Landgericht Offenburg auf Antrag der Staatsanwaltschaft Offenburg nun prüfen, ob die Tat so durch den 33-Jährigen stattgefunden hat und ob von ihm aufgrund seiner Erkrankung die Begehung weiterer schwerwiegender Taten droht. In diesem Fall könnte der Mann so lange zwangsweise in der geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses untergebracht werden, bis von ihm keine schwerwiegende Gefahr mehr ausgeht. Aktuell ist der Mann dort nur vorläufig untergebracht.

Die Hauptverhandlung vor dem Landgericht Offenburg findet voraussichtlich ab dem 01. August statt.

Rückfragen bitte an:
Staatsanwältin Kümmerle
0781/9331344

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